Know-How und Wissenschaft
Veränderungen vollziehen sich mit immer größerer Dynamik. Um neue Lösungen und Wege zu finden, wurde durch die Initiative der DGW Deutsche Gesellschaft für Recycling die Arbeitsgruppe step gegründet.
Koordinator dieser Projektgruppe ist die TEG-S Technologie-Entwicklungsgruppe Stuttgart, ein Institut der FhG Fraunhofer-Gesellschaft, die sich der Förderung der angewandten Forschung widmet. Mitglied ist auch das Forschungsinstitut für Leder- und Kunstledertechnologie in Freiberg/Sachsen (FILK). Ebenfalls mit dabei sind neben Verbänden der Schuhmacherinnung Einzelunternehmen der Schuhwirtschaft.

Wer heute Entwicklungen prägt, ist auch morgen vorn. Unter diesem Aspekt laufen kostenintensive Forschungs- und Entwicklungsaufträge. Bisherige Versuchsresultate zeigen, daß granuliertes Altschuhmaterial - durch spezifische Verfahren aufbereitet - zu Dämmplatten mit sehr guten Isoliereigenschaften verarbeitet werden kann.

Die Fraunhofer-Gesellschaft befaßt sich mit den bauphysikalischen und rechtlichen Aspekten einer angestrebten Serienproduktion. Voraussetzung für eine großtechnische und rentable Herstellung ist jedoch die Erhöhung des Aufkommens an nicht mehr verwertbaren Schuhen und Textilien.
Aus Altschuhen Dämmstoffe
Jährlich werden in Deutschland Schuhe mit einem Gesamtgewicht von schätzungsweise 300 000 Tonnen weggeworfen. Die meisten davon landen immer noch im Hausmüll. Die Fraunhofer-Forscher setzten im Auftrage der DGW durch ihre Entwicklung neue Maßstäbe.
Neue Produkte aus Altmaterialien zu entwickeln, war die
Zielsetzung der Fraunhofer-Gesellschaft, was konkret im Falle der DGW hieß, Dämmplatten aus Altschuhmaterial herzustellen. Um dieses Ziel zu erreichen, gründete die Deutsche Gesellschaft für Recycling die Umweltarbeitsgruppe "Step", eine Zusammenarbeit mit der Deutschen Schuhwirtschaft ist angestrebt.

Verbände, Industrie und Handel suchten gemeinsam nach einer wirtschaftlichen und produktnahen Kreislauftechnologie für die Schuhindustrie: Der Zirkel sollte vom Produzenten bis zum aufgetragenen Altschuh geschlagen werden.

Erkundet wurden die Möglichkeiten zur sinnvollen Verwertung der Altschuhe Erste Ansätze existierten bereits: Die beispielsweise aus mechanischer, thermischer oder chemischer Verwertung des ausgedienten Schuhwerks gewonnenen Bestandteile können in Energie oder neue Produkte eingehen - so waren bereits Dämmplatten für den Hausbau im Test. Auch besteht die Möglichkeit, dass Branchen wie etwa die Möbelindustrie im Bereich Leder ebenfalls über das System ihre Altstoffe verwerten können.
Vier Jahre Forschung
Unzählige Tests waren notwendig, damit aus dem Granulat der Altschuhe alltagstaugliche Dämmplatten werden.

Bereits 1992 gab es Voruntersuchungen zur stofflichen Verwertung von Schuhen.
Zunächst wurden die Ausgangzustände der unbrauchbaren Altschuhe für die Weiterverarbeitung in drei Bereiche unterteilt, als ganzer Schuh, als in Komponenten zerlegter Schuh oder als zerkleinertes Material. Im Anschluss daran wurden die Verwertungsmöglichkeiten ermittelt: z. B. in der Baubranche für Schall- und Wärmedämmung, als Bodenbelag oder Baumaterial, bei der Verpackung und sonstige Bereiche.

Als Vorbereitung für die unterschiedlichen Einsatzbereiche waren zahlreiche Untersuchungen notwendig, die von der TEG-S (Technologie-Entwicklungsgruppe Stuttgart), einem Institut der Fraunhofer-Gesellschaft durchgeführt wurden.

Bei der Recycling-Dämmplatte wurden unter anderem Werte über Rohdichte, Zugfestigkeit, Brandverhalten, Wärmeleitfähigkeit, Formbeständigkeit bei Wärmeeinwirkung, wasserabweichende Eigenschaften, Biologische Resistenz und Schallschutzeigenschaften ermittelt. Durch Änderung der Herstellungsparameter können die Eigenschaften der Dämmplatte je nach Anwendungsbereich und Anforderungen optimiert werden.
> mehr Infos: kontakt@dgw-recycling.de